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Yusuke Sasaki 

 

Ausgebildet u.a. in Bildhauerei an der Kaiserlichen Japanischen Kunsthochschule Tama, forscht Yusuke SASAKI im Bereich der Existenzialität von Objekt und Raum in der Kunst. Dabei interessiert er sich besonders für die Beeinflussbarkeit und Veränderlichkeit von Dingen (insbesondere unter Lichteinfall), und der Verbindung von Kunst und Künstler.

Dabei ist Glas seit langer Zeit sein bevorzugtes Forschungsgebiet. Einerseits wird die Wahrnehmbarkeit durchsichtigen Glases und seiner Schatten bestimmt durch den Einfall von Licht und ggf. von der Projektion verschiedener Gegenstände. Andererseits kommt er zu der Erkenntnis, dass der Schatten selbst zu Objekt und Raum wird. Glas selbst kann aber auch die Sichtbarmachung bestimmter Gegestände erst ermöglichen, zum Beispiel den glühenden Draht einer Glühbirne, wenn dieser durch eine Linse projiziert wird. Immer jedoch beeindruckt die unmittelbare Kraft seiner Werke, gepaart mit großer Eleganz durch Einfachheit.

Bei arte.fakt in Wiesbaden wurden im Jahr 2009 erstmals in Europa Sasaki's Arbeiten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Jahr 2012 kehrt Sasaki nach Ausstellungen in Japan mit neuen Werken zu arte.fakt zurück. Unser Künstler Yusuke Sasaki bietet dem Betrachter mit seinen Arbeiten ein höchst dynamisches Wahrnehmungserlebnis, das gleichzeitig sensibel wie spannend und herausfordernd ist. 

 

Ausstellung "Transparenz der Vergänglichkeit" (2012) - 9. & 10. & 11. Februar 2012 jeweils ab 18 Uhr

 

Vergänglichkeit ist ein im mitteleuropäischen Kulturkreis diffiziles Thema. Während wir einem Auto oder einem Kühlschrank die Vergänglichkeit, sprich deren schlußendliches Ableben, zugestehen, tun wir uns da bei Haustieren schon schwerer. Kompliziert wird es dann, wenn es um die Vergänglichkeit unserer eigenen Art geht. In anderen Kulturkreisen gehört es sozusagen zum "guten Ton", sich sachlich oder auch meditativ mit dem Thema auseinanderzusetzen. Da in vielen Glaubensrichtungen in Asien aber die Dinge letzendlich eins sind, können die Menschen dort dem Thema Vergänglichkeit mit einer gewissen Gelassenheit gegenübertreten.

Yusuke Sasaki hat sich dem Thema mit einer faszinierenden Leichtigkeit angenommen. Er verzichtet zunächst auf Effekte wie Farbe, ausgefallene Materialien oder komplizierte Technik. Seine Arbeiten sind nicht nur im allerbesten Sinn analog, sie machen Dinge, deren endgültiger Verfall bereits im Gang ist, sichtbar und das in einer betörend schönen Art und Weise. So können wir uns den wunderschönen Glühdraht einer brennenden Glühbirne ansehen, auch noch in "ganz groß", aber das Vergnügen ist von beschränkter Dauer: der Draht wird durchbrennen. Wir werden die Birne ersetzen, aber in ein paar Jahren geht auch das nicht mehr, weil wir Glühbirnen, die ein so schönes Licht abgeben, für ineffizient halten und die Produktion einstellen. Das Licht der Glühbirne macht aber auch Strukturen und Inneres eines Eisblocks sichtbar, aber der Eisblock schmilzt. Wir nehmen neues Eis, aber irgendwann wird es nicht mehr viel Eis auf der Erde geben. Inzwischen freut sich die Menschheit, wenn sie Eis auf Planeten in fernen Sonnensystemen entdeckt. Beides Verschwindet also SChritt für Schritt aus unserem Leben: das Eis, die Glühbirne und somit auch die Möglichkeit, das Innere eines Eisblocks zu sehen. Es verschwindet in Transparenz: ob etwas ist oder nicht, ob etwas war oder nicht war. Vergänglichkeit.

Das Kunstwerk wird also seinen Bezug verändern, so wie auch wir unseren Bezug zu dem Kunstwerk und der es umgebenden Welt verändern. Und somit stehen wir dann doch wieder im direkten Bezug zum Werk, sind fasziniert und nehmen es auf einmal nicht mehr so schwer mit der Vergänglichkeit.

Versäumen Sie nicht, sich die Projektion und die Fotogramme des Künstlers in einer zauberhaften Atmosphäre anzusehen. Erleben Sie wieder eine neue Facette der Kunst bei arte.fakt.

 

         

 

 

 

Ausstellung "Die Schönheit im Schatten" (2009)

 

 

Unsere Gedanken zur Ausstellung: [klick hier