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Sylvia von Bernstorff
 

Die Künstlerin Sylvia von Bernstorff bewegt sich in einem klassisch-multimedialen Kunstraum, in dem eine Vielzahl von Ausdrucksweisen, Materialien und Formaten zugelassen sind. Mit einem hohen Maß an Spieltrieb, kombiniert mit technischer Finesse und inhaltlicher Reife, begegnet sie verschiedensten künstlerischen Herausforderungen. Sie als Zeichnerin zu bezeichnen wäre ebenso falsch, wie jede andere Kategorisierung. Dennoch führt sie die Auseinandersetzung mit Formen immer wieder zu diesem Medium. Von 2005 bis Herbst 2009 studierte sie Malerei an der wfk - Wiesbadener Freie Kunstschule. Parallel dazu studierte sie Zeichnung bei Michael Siegel in Frankfurt.

 

"Krieger & Kreaturen" 19. November - 9. Dezember 2011    [hier lesen: Bericht über die Vernissage im Wiesbadener Tagblatt]
 

Künstler leben in einem für Außenstehende schwer zugänglichen Kosmos. Sie nehmen ihre Umgebung auf eine kaum nachvollziehbare Weise wahr und legen unkonventionelle, sich manchmal radikal ändernde Bewertungsmaßstäbe an. Dabei kommt ihrer anti-assoziativen Haltung eine zentrale Bedeutung zu. Unsere Welt ist geprägt durch assoziatives Denken und Verhalten und genau das lähmt den Fortschritt der Gesellschaft. Künstler dagegen können einen ungewöhnlichen und frischen Blick auf die Dinge vermitteln. Die neuesten Zeichnungen von Sylvia von Bernstorff wirken entrückt, weil sie das liebgewonnene ästhetische Wahrnehmungs- und Wertegerüst ignorieren.

Durch den weitgehenden Verzicht auf Farbe in ihren kraftvoll-sensiblen Zeichnungen hilft uns die Künstlerin bei der Erschließung ihrer Werke. Und dennoch ahnen wir sogleich, dass es nicht so einfach ist, weil sich Ihre spielerisch-reife Formensprache einer unmittelbaren Einordnung entzieht. Ihre Bilderwelt ist keineswegs beliebig, sondern fesselt und irritiert zugleich. Die Künstlerin löst sich von Konventionen und bringt den nötigen Mut auf, dem Betrachter am Ende den Zugang womöglich doch verwehrt zu haben.

Unsere Gesellschaft basiert massgeblich darauf wie wir unsere Umwelt betrachten und bewerten. In Zeiten erdrückender Beliebigkeit, Wertelosigkeit und konzeptueller Leere, halten uns „Dinge“, wie wir sie in den grossformatigen Zeichnungen der Künstlerin sehen, dazu an, unserer Umwelt neue Facetten zu erlauben, um das Spielfeld der Möglichkeiten zu erweitern. Der Betrachter hat hier die wertvolle Gelegenheit, sich genüsslich verstören zu lassen, um vielleicht neue Erkenntnisse über die „Dinge“ zu erlangen.

Die ausgestellten großformatigenZeichnungen der Serien „Krieger“ und „Kreaturen“ ermöglichen dem Betrachter Einblicke in einen Kosmos wie nicht von dieser Welt, der Assoziationen mit Irdischem provoziert und dennoch verweigert.

Der Untertitel „Zeichnungen & Anderes“ verheißt aber auch einen Einblick in eine andere, farbige und radikale Bildsprache der Künstlerin, mit dem die Ausstellung – wie von arte.fakt gewohnt – die Hauptwerke sogleich hinterfragen und dadurch anreichern wird.


              


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Der Ausstellungskatalog zum Download]

[Presseinformationen zum Download]

[Gedanken zur Ausstellung]